Der Blaumann

Der Blaumann: Eine der bekanntesten Arbeitskleidungen überhaupt. Umgangssprachlich wird der Begriff für einen Arbeitsoverall verwendet, der besonders im Baugewerbe getragen wird. Dabei ist der Overall ein einteiliger Überanzug, der seinen Träger und dessen Kleidung vor Schmutz und Gefahrstoffen schützen soll. Der Anzug ist so konzipiert, dass er am Körper nicht verrutscht. Zudem kommt er ohne zusätzliche Haltevorrichtung (wie z. B. einen Gürtel) aus. Irrtümlicher Weise wird häufig auch eine blaue Latzhose, wie sie zum Beispiel ein Kfz-Mechaniker oder Maschinenbauer trägt, als Blaumann bezeichnet.

Die Mehrzahl von Blaumann lautet tatsächlich Blaumänner. Allerdings ist dieser Begriff weniger selbstverständlich. Wer also von „Blaumänner“ spricht, kann leicht auf fragende Blicke stoßen. Und wer den Begriff Blaumann schriftlich verwenden möchte, sollte ihn am besten in Anführungszeichen setzen. Schließlich handelt es sich bei dem Ausdruck um Umgangssprache.

Woher stammt das Wort Blaumann?
Der Begriff ist auf den früheren Anzugs eines Monteurs zurückzuführen. Dieser war vor Jahren meist blau. Und da die meisten Monteure männlich waren, wurde deren blaue Arbeitskleidung „Blaumann“ genannt.

Und warum die Farbe Blau?
Dafür existiert eine von der Sprachwissenschaft nicht vertretene bzw. nicht bewiesene Erklärung: Als der Blaumann entstand, war das Färben von Stoffen keine Frage des Geschmacks sondern eine des Preises. Im Falle der Arbeitskleidung bediente man sich des einheimischen Färberwaids. Aus dieser Pflanze wurde in Deutschland der Farbstoff Indigoblau gewonnen. Wobei der Farbstoff selbst erst durch Oxydation an der Luft entsteht und somit langsam blau wird. In speziellen Kübeln wurden die Blätter des Färberwaids zur Herstellung des blauen Farbstoffes mit Alkohol vergärt. Da Alkohol zu dieser Zeit jedoch viel teurer war als heute, haben die Färber gerne selbst zunächst vom Alkohol getrunken. Anschließend entsorgten sie ihren Urin in den Kübeln. Da dieser ja mit dem verzerrten Alkohol angereichert war, sollte der Urin auch den Zweck der Alkoholgärung erfüllen. Und am Ende des Vorgangs waren die Färber „blau“ wie die gefärbte Kleidung selbst auch. Dieser Prozess erfolgte häufig am Sonntag, wobei die Kleidung mindestens für 12 Stunden im erzeugten Farbstoff gebadet wurde. Die blaue Farbe erhielten die Kleidungsstücke jedoch erst, nachdem sie für längere Zeit an der Luft getrocknet wurden.

Da die Färber daraufhin montags häufig „blau“ waren (also blau vom vielen Alkohol), entstand daraus auch der Ausdruck „Blauer Montag“ bzw. das „Blaumachen“. Aber auch dabei handelt es sich um eine nicht wissenschaftlich bewiesene Vermutung.

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